Presse Stimmen

Über Freelancer:

Tageszeitung

Berlin, 31.11.01

By Katrin Kruse 

Die Körpersprache des Miteinanders

Um Experimente mit Akrobatik geht es bei Carrie Hampel. Ihr Stück „Freelancer“, das zuletzt in der Staatsbank zu sehen war, schildert die Situation der Freiberuflichen, irgendwo zwischen Künstlertum und dem freien Fall am freien Arbeitsmarkt. Am Eingang hatte eine „Handysitterin“  den Zuschauern die Mobiltelefone abgenommen. Es ist das Klingeln des Handys von Hampel, das die Vorstellung beginnen  lässt: „Ich kann jetzt nicht telefonieren, ich bin im Theater, in der Staatsbank.“ Und dann: “Klar kann ich gleich bei euch sein.“

„Freelancer“ eben. Die in Berlin lebende Australierin, die ebenfalls beim “Circus Oz“ gelernt hat, arbeitet auf möglichst unterschiedlichen Ebenen: akrobatisch und musikalisch sowie sprachlich. Zirkus ist für sie ein “magischer Bereich“: “Wenn man nur Über den Kopf geht, dann hat man gar nichts geändert“, sagt Hampel. Akrobatik teile sich anders mit, direkter, stehe außerhalb des bereits Verhandelten. Vielleicht ist es deshalb auch konsequent, dass dort, wo Carrie Hampel gesprochene Sprache nutzt, der Jargon stämmiger Selbstvergewisserung  vorherrscht - im Dialog mit dem potentiellen Arbeitgeber und in der Umarmung dessen, was einmal protestantische Ethik hieß.

Traumgleich wird es immer da, wo die Sprache endet, die DarstellerInnen neu definieren, was Körper miteinander tun können; wenn ein Körper von oben auf einen anderen fällt wie ein Schloss; oder Ralf Kolossa und Claudia Schnürer sich im von der Staatsbankdecke herab fallenden Zirkustuch begegnen. Die magische Welt also hat keine grenzen.

 

Berliner Zeitung

30.11.2001

By Jana Sittnick

Die Amazone ist jetzt ein Mitte-Girl

Carrie Hampel singt, schreibt und zieht durch Clubs / In der Staatsbank läuft ihr neues Stück

Manche Menschen leben anders als, und man fragt sich wie das funktioniert.

Carrie Hampel zum Beispiel. .... Sie spielt Theater und macht Zirkus, produziert ihre eigenen Bühnenshows, schreibt Geschichten, singt Lieder und malt Bilder. Sie lässt sich von der „Reformbühne Heim und Welt“ einladen, von den „Surfpoeten“,  und von „Radio Hochsee“, wo sie mit Falko Hennig über den weiblichen Orgasmus diskutiert...

Am Hackeschen Markt, wo jetzt das „Cinema Central“ ist, zeigte Carrie Hampel ihre erste Solo-Show „The Amazon Woman in Berlin“. (1995) Ihr neues Stück „Freelancer“ wird seit gestern in der „Staatsbank“ aufgeführt, .... die Elemente des Theaters mit Akrobatik und bildender Kunst vereint. Carrie Hampel ist Autorin, Regisseurin und Darstellerin des Gruppenstücks.....Das Spektakel erzählt von Leuten, die freiberuflich arbeiten, die ihr „eigener Chef“ sind und sich selbst um ihre Aufträge kümmern. Die Freiheit der Selbstverwirklichung kontrastiert mit dem Konkurrenzdruck und der finanziellen Unsicherheit. „Ich finde es toll, dass man Gleichgesinnte trifft, die selbstständig sind, und mit denen für Projekte zusammenarbeitet“ sagt Carrie Hampel, „und mich nervt, dass man immer den Job, die Arbeit, im Kopf hat, und dass es eigentlich keinen Feierabend gibt.“ Carrie Hampel selbst hält den Spagat aus. „Freelancer“ läuft Freitag, Sonnabend und Sonntag, 20 Uhr, in der „Staatsbank“, Französische Straße 35, Mitte. 

 

Aus Dance, Sydney, 19.3.2002

Diane Busuttil

Australian Artists in Berlin

“Freelancer” .... eine sehr lebensnahe Geschichte schildert die Situation eines Freiberuflers.

Fantasien von schneller und einfacher Arbeit mit hohem Gehalt, den persönlichen Konflikten zwischen Freunden....

Nicht nur die Akrobatik sondern auch die schauspielerische Darstellung der Charaktere befand sich ununterbrochen auf einem sehr hohen Niveau. Das gesamte Stück hindurch wird deutsch gesprochen, auch wenn der Handlung mit wenig Sprachverständnis, genauso kristallklar zu folgen ist. Klingelnde Mobiltelefone unterbrechen die Darsteller durchgängig mit Aufträgen, welche zwischen den beiden Hauptcharakteren ausgehandelt werden, die zwar Freunde aber auch Rivalen für den gleichen Job sind. Der Veranstaltungsort des Stückes ist kein üblicher Ort an dem Theaterstücke statt finden, was der Grund dafür war das Carrie ihn gewählt hat.

Es ist eine ehemalige Bank* in der jetzt Messen, Feiern und seit neuestem auch Aufführungen stattfinden.

Neben den Darstellern im körperlichen Einsatz kriegt man auch vier Live-Musiker zu hören...

Eve Hurford (Videokünstler) lieferte die atemberaubendsten visuellen Effekte ab, die ich jemals in einer Theater Aufführung gesehen habe.  Sie verwandelt die Dimensionen des Raumes durch das “bemalen” der Wände und der Video Leinwand mit text-basierten Bildern die mit den Vorstellungen der Künstler übereinstimmen.

 * Ehemalige DDR Staatsbank nahe Gendarmenmarkt, Berlin-Mitte

 

Über die Save Bob Crowdfunding Kampagne:

Von Medien und Möhren, Oktober 3. 2012

“Carrie Hampel schreibt gerade einen Roman über Bob, einen ziemlich normalen Kerl aus Neuseeland und sein Leben in einer Zukunft mit schwindenden Ölreserven. Schaut Euch das mal an…”

 

Von dem Post Carbon Insitute, Oktober 25. 2012 (Übersetzung):

..."Hier ist ein guter Plan:

1. Arbeite mit einem Wissenschaftler zusammen und schreibe eine fiktionale Geschichte über eine Ölfreie Zukunft, nimm einen ratlosen Protagonisten dazu, der auf einmal gezwungen ist sich durchzuschlagen. 

2.Verpacke die ganzen Bemühungen bei dem kreieren dieses Buches um eine Kampagne in der realen Welt die den Protagonisten vor seinem Schicksal retten könnte. 

Neues Konzept, super herangehensweise."

 

Von dem Transition Network, Oktober 26. 2012 (Übersetzung): 

"...Die wenigen Romane die es zu dem Thema Nach-Öl-Zeitalter gibt, sind normalerweise apokalyptisch und spielen in weit entfernter Zukunft. Keiner nutzt, mit Blick auf eine transition (Wende), die Fundgrube an dramatischen Umständen die in naher Zukunft in den suburbanen Regionen aufgrund eines Energieabstieges erfolgen werden. Das wird sich jetzt mit einem faszinierenden Roman ändern: Save Bob..."